inside-gepardec

// 03-05-2021

Wir beschäftigen uns viel mit Themen wie Organisation, Weiterentwicklung und dem Lernen. Innerhalb und außerhalb von gepardec. Dafür wollten wir ein Modell schaffen, das den Austausch quer über alle Projekte und Standorte hinweg fördert.

So sind wir auf das Spotify-Modell gestoßen und haben einen für uns passenden Weg gefunden, wie wir Gilden im Unternehmen verstehen und mit ihnen arbeiten wollen. Es mag sein, dass diese Form der Zusammenarbeit in manchen Unternehmen anders oder gar nicht funktioniert. Hier beschreibe ich, wie wir es für uns aufgesetzt haben und damit arbeiten.

Was sind Gilden?

Starten möchte ich zunächst mit einem Blick in den Rückspiegel und erklären welchen Ursprung Gilden haben.

Historisch betrachtet wurden Gilden im 8. Jahrhundert erstmals nachgewiesen und waren genossenschaftlich organisiert. Im mittelalterlichen Zeitalter wurden Gilden als Vereinigungen für Kaufleute und Handwerker einer Stadt gebildet. Es waren Gruppen von Menschen, die sich zum Schutz und zur Förderung von gemeinsamen Interessen zusammengefunden haben.

Menschen hatten also vor Jahrhunderten bereits das Bedürfnis über gemeinsame Interessen zu sprechen und Informationen weiterzugeben. Unabhängig von Status oder Berufsstand.

Herangehensweise und erste Schritte

Nun, jetzt wissen wir, welchen Zweck Gilden im ursprünglichen Sinn hatten.

Wie passt das zu uns?

Grundlegend ist in unserer Denkweise verankert, dass die gemeinsame Auseinandersetzung mit Themen und Technologien für uns der effektivste Weg ist, um neues Wissen aufzubauen und zu verteilen. 

In einer ersten Diskussionsrunde haben wir uns damit beschäftigt das “Warum” einer Gilde herauszuarbeiten und uns gefragt, welchen Beitrag Gilden für unsere Vision haben. Folgendes “Big Picture” ist dabei entstanden.

Diese Darstellung zeigt, wie wir mit Gilden eine projekt- und standortübergreifende Zusammenarbeit fördern.  So soll die größtmögliche Vernetzung zwischen unseren Mitarbeiter*innen abseits der Projektarbeit gelingen.

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gepardec-Vision

Warum Gilden und welchen Zweck haben sie?

In der Ausarbeitung hat sich gezeigt, dass Gilden in vielerlei Hinsicht einen positiven Effekt haben. Gilden fördern das Zugehörigkeitsgefühl, den Austausch sowie Teamgeist und Spaß. Im Kern sind es für uns folgende 3 Nutzen, die durch Gilden gestiftet werden sollen.

1. Wir lernen schneller
In der IT-Branche ändern sich Technologien und Tools rasant. Um dabei immer up-to-date zu sein, liefern Gilden hier einen wertvollen Beitrag. Neue Themen werden mit Interesse und Fokus verfolgt. Gilden stoßen zudem themenspezifische Weiterbildungen an.

2. Probleme werden schneller gelöst
Treten Probleme im jeweiligen Interessengebiet auf, können diese unter Gleichgesinnten schneller analysiert und gelöst werden. Die Problemlösungskompetenz in Gilden wird gestärkt.

3. Standardisierung von Prozessen, Methoden und Tools
Ein weiterer Nutzen von Gilden ist, das bewährte Vorgehensweisen und gelernte Methoden vereinheitlicht und kontinuierlich verbessert werden. Dadurch erhalten wir mehr Effizienz.

Organisation von Gilden

Gilden sehen wir als selbstorganisierte Gruppen, die sich rund um ein Thema, eine Disziplin oder bestimmte Skills gruppieren. In jeder Gilde gibt es einen Gilden-Lead, der die Interessensgruppe führt und nach außen (Stakeholder) vertritt. Jede*r Mitarbeiter*in ist einer Gilde zugeordnet und kann auch selbst eine neue Gilde ins Leben rufen. Auch ein Wechsel zwischen den Gilden ist jederzeit möglich.

Für die Kommunikation innerhalb von Gilden werden eigene Chat-Channels verwendet. Diese ermöglichen einen raschen und standortübergreifenden Austausch. Zusätzlich finden regelmäßige Meetings für Abstimmungen statt. Erkenntnisse und Ergebnisse aus der Gilden-Arbeit werden anlassbezogen mit der gesamten Organisation geteilt und entsprechend dokumentiert.

Aktuelle Gilden sind:

  • Software-Entwicklung
  • CIA (Containerization, Integration and Automation) 
  • Projektmanagement

Fazit & Learnings

Gilden sind gekommen um zu bleiben. Das ist zumindest für die nächste Zeit unsere Überzeugung. Mit einer gewissen Anlaufzeit haben sich Gilden zu einem wichtigen Schauplatz neben unseren Kundenprojekten entwickelt. Ein Schauplatz, den man auch pflegen und weiterentwickeln muss. Als eine der größten Herausforderungen in der Praxis hat sich gezeigt, seinen eigenen Einsatz in der Gilde und im Kundenprojekt zeitlich gut zu organisieren. Die Tatsache, dass wir für “Gilden-Arbeit” ein internes Zeitbudget zur Verfügung stellen, gibt hier eine gewisse Orientierung und Sicherheit.

Wir haben bisher keine Kennzahlen oder Kriterien definiert, die über Erfolg oder Misserfolg von Gilden Auskunft geben. Wir folgen hier eher unserer Überzeugung, dass das gemeinsame Arbeiten und Voranbringen der Themen langfristig zu einem qualitativ hochwertigem Outcome führt und nicht nur jede*r einzelne Mitarbeiter*in davon fachlich und persönlich profitiert, sondern auch gepardec als Unternehmen gestärkt wird.

Fazit: Gilden haben für uns definitiv das Potential uns als Software-Dienstleister besser zu machen und so unserer Vision ein Stück näherzukommen.

// Autor

Michael